Einrichtung der bundesweiten Koordinierungsstelle Retrokonversion an der Archivschule Marburg

 
Mit Schreiben vom 11. Juni 2007 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft der Archivschule Marburg mitgeteilt, dass sie die Einrichtung einer „Koordinierungsstelle Retrokonversion“ in Marburg finanzieren wird. Die Koordinierungsstelle  Retrokonversion wird voraussichtlich am 16. Juli in den Räumen der Archivschule eröffnet und ist zunächst für zwei Jahre mit Sach- und Personalmitteln ausgestattet.
  
Bischoff und GoebelBei einem Gespräch am 26. Juni haben der Leiter der Archivschule, Dr. Frank M. Bischoff, und der zuständige Referent der DFG, Dr. Ralph Goebel, die organisatorischen Grundlinien der Koordinierungsstelle und des Retrokonversions-Förderprogramms abgestimmt.
Ziel der Koordinierungsstelle ist es, die Digitalisierung und Internetpräsentation der in den deutschen Archiven vorhandenen Findmittel zu fördern. Dazu müssen viele nur in gedruckter oder handgeschriebener Form vorliegende Findmittel zunächst retrokonvertiert werden. Der Begriff „Retrokonversion“ bezeichnet die inhaltlich unveränderte Digitalisierung von Findbüchern in ein weiterbearbeitbares und recherchierbares Format.
Die Koordinierungsstelle Retrokonversion an der Archivschule Marburg hat die Aufgabe, die deutschen Archive bei einer Antragstellung zu beraten. Sie wird die Anträge bündeln, bewerten und gegenüber den Gutachterausschüssen der DFG priorisieren.
Für die zur Retrokonversion bewilligten Findmittel soll sie zudem Angebote von Dienstleistern einholen, die Angebote nach Preis-Leistungs-Kriterien beurteilen, Empfehlungen für die Auftragsvergabe aussprechen, die gelieferten retrodigitalisierten Findmittel einer Qualitätskontrolle unterziehen und an das jeweilige antragstellende Archiv zurückreichen. Die Koordinierungsstelle vertritt das Gesamtvorhaben gegenüber den DFG-Ausschüssen und informiert die deutschen Archive über den Sachstand der Retrokonversion. Mit der Bewilligung des Retrokonversions-Förderprogramms durch die DFG ist daher eine wichtige Weichenstellung auf dem Weg der flächendeckenden Online-Anbietung von archivischen Findmitteln in Deutschland erreicht.
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Hintergrund der Fördermaßnahme bildet ein im Mai 2006 von der DFG beschlossenes Positionspapier zu wissenschaftlicher Literaturversorgung und Informationssystemen, in dem die Schwerpunkte der Förderung bis 2015 festgelegt sind. Unter den 17 dort genannten Einzelmaßnahmen, findet sich im Bereich der kulturellen Überlieferung die Maßnahme 7 zur Digitalisierung der Findmittel des deutschen Archivwesens (zum Positionspapier).
Die DFG will in diesem Bereich mit jährlich 700.000 Euro fördern.

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© 2007  E-Mail  E-Mail , Stand: 26.06.2007