




In der globalisierten und multimedial geprägten demokratischen Gesellschaft sind Archive nicht nur Dienstleister der Verwaltung und der Forschung, sondern wenden sich an alle Bürger. Als eine Kulturinstitution neben anderen werben sie aktiv um Benutzer und versuchen, ihre Relevanz auf dem freien Markt der Informationsanbieter zu behaupten. Das 17. Archivwissenschaftliche Kolloquium greift die aktuellen Thesen zur gesellschaftlichen Bedeutung der Archive auf und fragt, wie eine Archivdidaktik aussehen kann, die Bürger in die Archive führt und den besonderen Wert der Archive – auch als Zentren der Historischen Bildungsarbeit – stärker in die gesellschaftliche Wahrnehmung rückt.
Das diesjährige Kolloquium wird in Kooperation mit der Universität Gießen – Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte – und dem Hessischen Staatsarchiv Marburg durchgeführt.
Weitere Erläuterungen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.
Am 1. September feierte Monika Oehme, Bibliothekarin der Archivschule, ihr 25jähriges Dienstjubiläum. In einer Feierstunde überreichte Dr. Becker, die Leiterin der Archivschule Marburg, die Urkunde.
Nach etlichen Dienstjahren in der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle/Saale und der Universitätsbibliothek Marburg wechselte Fr. Oehme 2001 an die Archivschule. Wir wünschen ihr alles Gute für die weitere Tätigkeit und uns, dass wir weiterhin auf die Unter-stützung bei Recherchen aller Art zählen können.
Die Kenntnis der Grundsätze der Schriftgutverwaltung und deren Anwendung gehören zu den wichtigsten Grundlagen einer qualitätssicheren Aktenführung. Aus diesem Grund erstellte der Arbeitskreis Schriftgutverwaltung/Records Management, der dem Unterausschuss NABD 15 des Normenausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen angehört, einen leicht verständlichen und praktikablen Leitfaden, der sich an der DIN ISO 15489-1 orientiert. Angesprochen werden hiermit alle Führungs- und Fachkräfte für Schriftgut- und Informationsverwaltung, die sich mit diesem Arbeitsgebiet täglich beschäftigen. An der Entstehung der Publikation war die ehemalige Dozentin für Archivwissenschaft der Archivschule Marburg Dr. Alexandra Lutz (jetzt Stadtarchiv Kassel) als langjährige Leiterin des genannten Arbeitskreises beteiligt, außerdem wirkte ihr Nachfolger Dr. Dominik Haffer an der Endredaktion mit und führt damit als neues Mitglied das Engagement der Archivschule im Arbeitskreis fort.
Der Leitfaden mit dem Titel „Schriftgutverwaltung nach DIN ISO 15489-1 – Ein Leitfaden zur qualitätssicheren Aktenführung“ liegt nun gedruckt vor und kann über den Buchhandel bezogen werden.
Am 29. Juni ging das Lexikon „Terminologie der Archivwissenschaft“ online. Für dieses Online-Lexikon verfassten die Archivreferendare des 43., 45. und gegenwärtig laufenden 46. Wissenschaftlichen Kurses im Rahmen ihrer Ausbildung Definitionen zentraler Begriffe des Archivwesens. Bislang liegen 58 Beiträge zu den Themenfeldern „Schriftgutverwaltung“, „Erschließung“ und „Sammlungsgut“ vor. Zukünftige Wissenschaftliche Kurse werden das Lexikon erweitern.
Zum Öffnen des Online-Lexikons klicken Sie hier.
Vorstellung des Online-Lexikons durch den Kurs

Der 46. Wissenschaftliche Kurs mit der Leiterin der Archivschule, Frau Dr. Becker, nach Abschluss des Projektes
Am 11. und 12. Juni 2012 fand das bewährte Einführungsseminar für den 47. Wissenschaftlichen Lehrgang statt, der seine theoretische Ausbildung an der Archivschule Marburg – Hochschule für Archivwissenschaft Anfang Januar 2013 aufnehmen wird. Der Lehrgang umfasst 12 Mitglieder, davon vier Frauen.

Der 47. WL
Abordnende Archivverwaltungen sind das Bundesarchiv (3), das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (1), das Landesarchiv Baden-Württemberg – Hauptstaatsarchiv Stuttgart (4), das Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern – Landeshauptarchiv Schwerin (1), das Landeshauptarchiv Koblenz (1) und das Sächsische Staatsarchiv – Hauptstaatsarchiv Dresden (2). Nach der Vorstellungsrunde in Gegenwart der Leiterin der Archivschule und der hauptamtlichen Dozenten hielt Fiorella Foscarini, Ph.D., Assistant Professor, University of Toronto einen Vortrag mit dem Titel: „Being an archivist in the 21st century: Challenges and opportunities.“ Es folgte an den beiden Tagen die übliche Einführung in die Fachgebiete der Ausbildung und in das Prüfungswesen. Auch die Universitätsstadt Marburg als Wohn- und Kulturort wurde vorgestellt. In einer Abendveranstaltung am ersten Tag hieß der 46. Wissenschaftlichen Lehrgangs die neuen Kolleginnen und Kollegen willkommen.
Die Archivschule Marburg veranstaltete vom 4. – 6. Juni 2012 die 12. Konferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft E-Learning der Fachhochschulen für den öffentlichen Dienst in Deutschland. Mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaft betreiben die Fachhochschulen eine gemeinsame E-Learning-Plattform. Der Vorsitzende Andreas Dormann, Vertreter der Fachhochschule für Rechtspflege in Nordrhein-Westfalen, begrüßte die 10 Teilnehmer. Anschließend wurden der Haushalt für 2012 verabschiedet und mögliche Erweiterungen vorgestellt und diskutiert.

Dr. Becker mit den Konferenzteilnehmern
Die Archivschule Marburg nimmt seit 2011 an der Bundesarbeitsgemeinschaft teil und setzt die Plattform ILIAS seit einigen Wochen im Lehrbetrieb ein. Die Leiterin der Archivschule, Frau Dr. Becker, stellte im Rahmen der Konferenz den Gästen die Archivschule vor.
Am 1.6.2012 empfing die Archivschule 14 Studierende der Informationswissenschaften unter der Leitung von Prof. Vallo und dem
Erasmus coordinator der estländischen Universität Tartu, Markus Peter Nagel. Die Gruppe befand sich auf einer einwöchigen Exkursion durch Deutschland und hatte an den Vortagen bereits Ziele in Köln und Mainz besucht.

Studentinnen stellen die Ausbildung in Estland vor.
Zunächst gaben zwei Studentinnen aus Tartu den Studierenden der Archivschule einen kurzen Überblick über das Archivwesen und die Archivarsausbildung Estlands. Dieser wurde in der anschließenden Diskussion noch vertieft. Anschließend stellte Dr. Karsten Uhde den estnischen Gästen die Archivarsausbildung in Deutschland, besonders an der Archivschule vor und führte die Gruppe zusammen mit den anderen Dozenten durch das Gebäude. Da unter den Besuchern auch einige Studierende mit dem Schwerpunkt Bibliothekswesen waren, lag ein inhaltlicher Schwerpunkt auf der Bibliothek, die Monika Oehme den Gäste präsentierte. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, das weitere Möglichkeiten zur Diskusson bot, rundete eine Stadtführung unter Einbeziehung der Universitäts-Aula den Besuch in Marburg ab.
Das diesjährige Archivwissenschaftliche Kolloquium findet am 15. und 16. November 2012 statt. Veranstaltungsort ist in diesem Jahr der Landgrafensaal des Hessischen Staatsarchivs Marburg. Titel der Veranstaltung, die in Kooperation mit der Universität Gießen – Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte und dem Staatsarchiv vorbereitet wird:
"Transparenz für den Bürger? Perspektiven historischer Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Archiven"
Nähere Informationen zum Programm folgen demnächst.

Am Freitag, d. 27. April 2012, wurde der 45. Lehrgang des höheren Archivdienstes verabschiedet. Die 7 Teilnehmerinnen und 10 Teilnehmer waren vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (1), Landeshauptarchiv Koblenz (1), Landeshauptarchiv Schwerin (1), Sächsischen Staatsarchiv (2), Landesarchiv Baden-Württemberg (4), Landesarchiv Nordrhein-Westfalen (4) und vom Bundesarchiv (4) an die Archivschule entsandt worden.
Der Kurs hat mit konstruktiver wie kritischer Diskussion und mit der Bereitschaft engagiert mitzuarbeiten als Team zum Gelingen der Ausbildung beigetragen. Ein einprägsames Erlebnis war die große Exkursion, die ausgehend vom Standort Barcelona lehrreiche Einblicke in die besonderen Gegebenheiten des katalanischen Archivwesens bot. Und es wurde auch wieder Fußball gespielt …
Wir wünschen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern alles Gute für ihren Start in das Berufsleben.

Am 16. April konnte die Archivschule Marburg einen neuen Mitarbeiter begrüßen:
Dr. Matthias Weber übernahm die Funktion als Dozent für Records Management.
Seit 2000 war Herr Weber in der Europäischen Zentralbank in Frankfurt im Bereich des Records Managements beschäftigt und hat des Weiteren den historischen Bestand einer Vorläuferorganisation bearbeitet und verzeichnet. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Archivierung von Webseiten.
Zuvor studierte er zwischen 1988 und 1993 Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Jura in Frankfurt am Main sowie in Amsterdam und wurde 1996 über ein verfassungshistorisches Thema in Frankfurt promoviert.
Seine theoretische Ausbildung als Wissenschaftlicher Dokumentar erhielt er 1998 am Institut für Information und Dokumentation der FH Potsdam. Berufliche Stationen seit 1997 führten ihn über das Pressearchiv der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das Fernseharchiv des Südwestrundfunks in Mainz in die Europäische Zentralbank.
Herr Weber ist für die Vorbereitung und Durchführung des Studiengangs Master of Records Management zuständig und wird auch in der Ausbildung der Lehrgänge für den gehobenen und höheren Archivdienst eingesetzt werden.

Am Donnerstag, d. 29. März 2012, wurde der 48. Lehrgang für den gehobenen Archivdienst nach bestandener Zwischenprüfung von der Archivschule Marburg – Hochschule für Archivwissenschaft – verabschiedet. Die 15 Anwärterinnen und 4 Anwärter des Lehrgangs waren vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin (3), vom Landesarchiv Baden-Württemberg in Stuttgart (10), vom Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden (3), vom Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt a. M. (2) und vom Niedersächsischen Landesarchiv – Staatsarchiv Osnabrück (1) zur theoretischen Ausbildung nach Marburg abgeordnet worden. Auf der großen Studienexkursion des Lehrgangs wurden Archive in den Niederlanden, in Belgien und Nordfrankreich besucht. Nach sechs Monaten weiterer praktischer Ausbildung in ihren Heimatarchiven legen die Mitglieder des Lehrgangs ihre Laufbahnprüfung ab. Die Archivschule wünscht ihnen für ihre berufliche Zukunft alles Gute.

Am 4. März beteiligte sich die Archivschule zum fünften Mal an dem bundesweit ausgerufenen Tag der Archive. Neben den Informationen zur Ausbildung war die Lese- und Schreibwerkstatt wieder besonders gefragt. Kinder konnten sich z.B. im Schreiben mit der Feder üben oder Wappen malen. Und auch Erwachsene kamen auf Ihre Kosten: Wieder brachten die Besucher alte Schriftstücke mit, um Unterstützung beim Lesen zu erhalten und sich den Inhalt erschließen zu lassen. Die Veranstaltung wurde gemeinschaftlich von den Lehrenden und den Studierenden des 49. Fachhochschulkurses gestaltet.


Archivschule für Groß und Klein!
Fotos: F. Wirsing
Auch die Archivschule Marburg beteiligt sich in diesem Jahr am Tag der Archive. Am Sonntag, 4. März 2012, ist die Archivschule für Interessierte von 11:00 - 18:00 Uhr geöffnet.
Das Programm finden Sie im Flyer (PDF, 210KB).
Im Rahmen des Unterrichts an der Archivschule Marburg wurde im vergangenen Herbst durch die Studierenden des 48. Fachhochschulkurses das Archiv der Gemeinde Hattenrod (heute Reiskirchen) erschlossen, d.h. geordnet und recherchierbar gemacht. Am 25. Januar fand nunmehr die feierliche Übergabe des analogen und elektronischen Findbuches an den Bürgermeister der Gemeinde Reiskirchen, Herrn Holger Sehrt, und den Hauptamtsleiter, Herrn Werner Speier, statt. Zu diesem Anlass wurden von den Studierenden ausgewählte Stücke des Archivs präsentiert und erläutert.

Dr. Haffer, Dr. Becker, Herr Speier, Herr Sehrt und Studierende des 48. FHK
Nach der Begrüßung des Bürgermeisters und der Gemeinde, durch die Leiterin der Archivschule, Dr. Irmgard Christa Becker, erfolgte zunächst eine Einführung in den Projektverlauf durch den Betreuer der Übung, Dr. Dominik Haffer. Im Anschluss daran dankte Bürgermeister Sehrt allen Beteiligten für die Unterstützung des Reiskirchener Archivs und der Aufbereitung der Archivalien für die Forschung. Insgesamt 989 Verzeichnungseinheiten (15 laufende Meter Schriftgut) wurden im Zuge der Verzeichnungsübung bearbeitet, um die Geschichte des Ortes seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in all ihren Facetten abzubilden. Auskunft über das Leben im Ort geben dabei unter anderem die Rechnungsbände seit 1667, Bauzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert sowie Unterlagen zur Wasserversorgung oder zur lokalen Forst- und Landwirtschaft. Hierdurch lassen sich oftmals auch die Folgen von Krieg, Seuchen oder Missernten und selbst die Einzelschicksale der Einwohner in Hattenrod nachvollziehen. Historikern und Genealogen wird damit eine neue wichtige Quelle eröffnet.
Die Archivschule Marburg hat mit der Novellierung des Organisationserlasses zum 1. Januar 2012 einen neuen Namen bekommen oder genauer: Der doppelte Untertitel "Institut für Archivwissenschaft" für die Ausbildung der Referendarinnen und Referendare sowie "Fachhochschule für Archivwesen" für den verwaltungsinternen Studiengang mit dem Abschluss Diplom-Archivarin (FH) oder Diplom-Archivar (FH) wurde zur einheitlichen Bezeichnung "Hochschule für Archivwissenschaft" zusammengefasst. Der Beirat der Archivschule macht damit sichtbar, dass das Aufgabentableau um Weiterbildungsangebote ergänzt wurde. Den Anfang macht der Studiengang Master of Records Management, der in diesem Jahr gestartet werden soll - Informationen zum neuen Studiengang finden Sie hier. Den neuen Studienangeboten wurde die Gremienstruktur angepasst. Künftig wird es nur noch ein Vertretungsgremium für Studierende und Lehrende geben – den Archivschulrat, der den Institutsrat und den Fachbereichsrat ersetzt. Die Wahlen zum neuen Gremium werden derzeit vorbereitet, damit die konstituierende Sitzung im März stattfinden kann.
Am Montag, dem 2. Januar 2012, wurde der 46. Wissenschaftliche Kurs mit 15 Referendarinnen und Referendaren in der Archivschule eröffnet.
Am 29. und 30. November fand in Marburg das 16. Archivwissenschaftliche Kolloquium statt. Die große Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer belegt eindrücklich, dass die Archivschule mit der Wahl des Themas den Nerv der Zunft getroffen hat.

161 Archivarinnen und Archivare hörten die Beiträge zu Fragen der elektronischen Registraturführung und digitalen Archivierung, die lebhafte Beteilung an den Diskussionen zeugt vom großen Interesse. Hervorzuheben ist, dass neben Archivaren auch Mitarbeiter von kommunalen Registraturen und IT-Abteilungen anwesend waren. Nach
der Eröffnung durch die Leiterin der Archivschule, Dr. Irmgard Christa Becker, führte Alison North mit ihrem Vortrag, der auf ihren Erfahrungen als Records-Managerin der ersten Stunde in der Ölindustrie Großbritanniens und als freie Beraterin aufbaute, in das Thema ein.
In drei Sektionen wurden die Probleme bei Einführung und Umsetzung digitaler Systeme in der Verwaltung, die Anforderungen an die digitale Archivierung sowie mögliche Lösungen diskutiert. Die Referentinnen und Referenten stammten aus dem In- und Ausland sowie aus dem privatwirtschaftlichen und öffentlichen Sektor.
Ein ausführlicher Bericht zur Veranstaltung wird in Kürze im FORUM der Archivschule Marburg erscheinen. Die Beiträge des Kolloquiums werden in einem Tagungsband publiziert.
Dr. Becker eröffnet die Tagung
Alison North beim Eröffnungsvortrag
Dr. Irmgard Christa Becker, Leiterin der Archivschule, Dr. Andreas Hedwig, Leiter des Staatsarchivs, sowie die Personal-vertretungen beider Häuser Frau List und Frau Oehme gratulierten Sigrun Schaal zum Dienstjubiläum.
Vom 1. April 1977 bis 31. Oktober 2005, also insgesamt für über 28 Jahre, war Frau Schaal zunächst beim Katasteramt Dillenburg und dann beim Amt für Bodenmanagement Marburg als Technische Obersekretärin, das heißt als Vermessungsbeamtin beschäftigt. Die Reform der Katasterverwaltung führte dazu, dass Sie sich in Marburg neuen Aufgaben zuwandte. Nach einer Qualifizierungsmaßnahme auf dem Gebiet der Buchhaltung und der Neuen Verwaltungssteuerung des Landes Hessen wurde Frau Schaal am 1. November 2005 an die Archivschule Marburg versetzt. Allerdings hat die Archivschule nicht ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, die Hälfte der Arbeitszeit ist sie für das Hessische Staatsarchiv Marburg tätig. In beiden Häusern ist sie vorwiegend in der kaufmännischen Buchhaltung beschäftigt. Im Jahr 2009 wurde sie angesichts ihres besonderen Engagements zur Amtinspektorin und damit ins Spitzenamt des mittleren Verwaltungsdienstes befördert.
Schon in der Katasterverwaltung nahm Frau Schaal die Aufgaben der Frauenbeauftragten wahr – eine Aufgabe, die sie weiterhin in der Archivschule ausübt.
In Ihrer Freizeit verbringt Sigrun Schaal viel Zeit in den Bergen, nicht nur in den Alpen, sondern auch im Himalaya, in den Anden und anderen Hochgebirgen der Welt.

Am 4. Oktober haben 19 Anwärterinnen und Anwärter des gehobenen Archivdienstes als 49. Fachhochschulkurs ihre theoretische Ausbildung in Marburg angetreten. Die Kursmitglieder stammen aus den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Berlin, Hessen und der Freien und Hansestadt Hamburg. Im Rahmen einer Begrüßungsveranstaltung hießen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Archivschule Marburg sowie die Studierenden der derzeit laufenden Kurse die Neuankömmlinge willkommen. In den folgenden 18 Monaten erwartet den 49. FHK eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Theoriephase. Hierfür wünschen wir einen guten Start!
Der Umgang mit digitalen Unterlagen ist die größte Herausforderung, der sich Verwaltungen und Archive im 21. Jahrhundert stellen müssen. Seit den 1960er Jahren sind zahlreiche IT-Anwendungen für vielfältige Verwaltungsaufgaben entwickelt worden. Die ältesten überlieferten Daten stammen aus der Durchführung von Volkszählungen, Einwohnermeldedaten folgten etwa zehn Jahre später. Mit zunehmender Dynamik haben sich die Verwaltungen in den 1990er Jahren der digitalen Welt zugewandt. Daraus erwuchs die Notwendigkeit für die Archive, sich mit den entstandenen Daten und den damit verbundenen Fragen der Archivierung auseinanderzusetzen. Die Abstimmung zwischen den Verwaltungen und den Archiven hat sich dabei als besondere Herausforderung erwiesen. Diese Fragestellungen werden im 16. Archivwissenschaftlichen Kolloquium der Archivschule Marburg an Beispielen aus dem kommunalen und Wirtschaftsarchivwesen thematisiert. Nach einem Blick auf die internationale Debatte zum Verhältnis von elektronischen Geschäftsprozessen (Records Management) und archivischen Aufgaben wird das Thema in drei Sektionen beleuchtet.
In der ersten Sektion werden Lösungen für elektronische Akten und Geschäftsprozesse in kommunalen Verwaltungen vorgestellt. Die Beispiele stammen aus einer kleineren Stadt (Pfungstadt), aus einer mittelgroßen (Gießen) und einer Großstadt (Nürnberg).
Die zweite Sektion umfasst Anwendungen für die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Archiv. Die Bandbreite reicht von der Archivierung kommunaler Melderegister und damit für sehr alte Daten, über eine Entwicklung für ein Wirtschaftsarchiv bis zu Bausteinen zur digitalen Archivierung für kleinere Archive aus der Schweiz.
In der dritten Sektion werden Modelle für die Archivierung digitaler Aufzeichnungen präsentiert. Darunter sind zwei Lösungen für Großstädte (München, Wien) und eine Verbundlösung für kommunale Archive.
Eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der digitalen Archivierung rundet das Programm ab.
Ziel des Kolloquiums ist es, Lösungsansätze vorzustellen, die bisher weniger im Fokus der Diskussion um die digitale Archivierung standen oder noch sehr neu sind. Des Weiteren haben wir überwiegend Modelle für kleinere und mittlere Verwaltungsgrößen ausgewählt.
Nähere Informationen finden Sie, wenn Sie dem Link folgen (Kolloquium 2011)
Seit 1991 gehörte Frau Kieselbach zum Personal der Archivschule. Zunächst war sie im Geschäftszimmer tätig, bald übernahm sie Vorzimmertätigkeiten und die Gestaltung des Fortbildungsprogramms als stetig wachsende Aufgabe. Zuletzt machten die Fortbildungsveranstaltungen mit der Betreuung der Dozenten wie Kursteilnehmer und der Wahrnehmung aller organisatorischen Aufgaben den größten Teil ihrer Tätigkeit aus. Dozenten und Fortbildungsteilnehmer haben sie in dieser Funktion über Jahre als kompetente Ansprechpartnerin geschätzt.
Wir wünschen ihr für den Ruhestand alles Gute und danken Ihr für die große Verlässlichkeit und die geleistete Arbeit.
Frau Dr. Becker und Frau Kieselbach bei der Verabschiedung
Nun werden die Aufgaben von Heidi (!) Becker wahrgenommen, die am 1. August ihre Tätigkeit an der Archivschule begonnnen hat. Frau Becker war als Verwaltungsfachangestellte zunächst mehrere Jahre bei der Stadtverwaltung Battenberg tätig, anschließend arbeitete sie für die Lebenshilfe und für das Herder-Institut in Marburg. Wir freuen uns, dass sie nun ihre dort gemachten Erfahrungen im Veranstaltungs- und Weiterbildungsmanagement sowie im Vorzimmer der Direktion in den Dienst der Archivschule stellt.
Frau Dr. I. Becker begrüsst Frau H. Becker als neue Mitarbeiterin
Vom 31.7. bis 13.08. 2011 findet erstmals an der Archivschule Marburg eine internationale Summer School statt.

Die ARCHIDIS Summer School (ARCHIDIS = The Archives and Records Challenges in the Digital Information Society) trägt den Titel “Appraisal and social memory” und wird sich mit Fragen der archivischen Bewertung analoger wie auch digitaler Unterlagen beschäftigen. Bewertung ist die Entscheidung, welche Unterlagen dauerhaft aufbewahrt werden und welche vernichtet werden können. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, auf welche Weise Archivare durch ihre Bewertungsentscheidung die spätere Erinnerung an unsere Gegenwart und jüngere Vergangenheit mitbestimmen und in wie weit zugleich gegenwärtige gesellschaftliche Bedingungen und Entwicklungen diese Bewertungsentscheidung beeinflussen.
An der Summer School werden 36 Studierende und 13 Lehrende der Archivwissenschaften teilnehmen, die von elf Hochschulen in 8 Ländern kommen (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Großbritannien, die Niederlande, Norwegen und Schweden).
Schon im Vorfeld der Summer School haben sich die Studierenden mit Hilfe einer Lernsoftware ausgetauscht, Aufsätze gelesen, Thesenpapiere erstellt und Poster vorbereitet, mit der sie sich am Montagnachmittag gegenseitig vorstellen werden.
Die Studierenden werden täglich vormittags an einer Vorlesung und einem Seminar teilnehmen und an den Nachmittagen in Gruppen arbeiten, deren Ergbnisse dann am Ende der zwei Wochen vorgestellt werden. Besuche des Staatsarchivs Marburg, des Bundesarchivs in Koblenz sowie der Records Management Unit der Europäischen Zentralbank in Frankfurt runden die Summer School ab.
Die Summer School wurde von dem „Network of Archival Educators and Trainers“ organisiert, einem Zusammenschluss von insgesamt 25 Ausbildungsstätten für Archivarinnen und Archivaren in Großbritannien, den nordischen Ländern, den Benelux Staaten, Frankreichs, Deutschlands und der Schweiz.
Das Network hatte 2010 über die Universität Oslo einen Förderantrag über knapp 50.000 € im Rahmen des Erasmus Intensive Learning Programms der EU gestellt, der Mitte letzten Jahres in voller Höhe bewilligt wurde.

Anlässlich des Einführungsseminars für den 46. Wissenschaftlichen Kurs an der Archivschule Marburg hat der seit Mai 2011 amtierende Präsident des Bundesarchivs, Dr. Michael Hollmann, am 6. Juni einen Vortrag über ‚Die digitale Herausforderung der Archive‘ gehalten. Er zeigte am Beispiel des Bundesarchivs in welchen Fachbereichen digitale Medien die archivischen Aufgaben strukturell verändern. Die Präsentation von Informationen im Internet sowie die Übernahme digitaler Unterlagen hat er als die beiden wichtigsten Aufgabenkomplexe herausgearbeitet. Ersteres bedeutet unter anderem Online-Findmittel zu erarbeiten und bereitzustellen. Hollmann wies darauf hin, dass Datenbanken grundsätzlich den Vorrang vor XML-files haben sollten, weil in sie leichter Veränderungen eingearbeitet werden können. Er präsentierte des Weiteren die Online-Edition der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung, die durch die Darstellung in einer html-Struktur und die Verlinkung von Fußnoten Möglichkeiten der Einarbeitung von neuen Erkenntnissen bieten, die eine gedruckte Edition nicht leisten kann.
Im zweiten Teil seines Referats ging Hollmann auf die Realisierung eines digitalen Archivs im Bundesarchiv ein. Ausgelöst wurde die Diskussion schon vor zwanzig Jahren durch die Übernahme von digitalen Daten aus der DDR, die wieder lesbar gemacht und dann digital archiviert wurden. Das Bundearchiv arbeitet neben dem Aufbau eines digitalen Archivs an einem digitalen Zwischenarchiv als Service für die obersten Bundesbehörden und kann eine verstärkte Nachfrage nach seinen Beratungsangeboten in der Bundesverwaltung als positiven Effekt verbuchen.
Insgesamt bot Hollmann einen weitgreifenden und interessanten Einblick in den Umgang des Bundesarchivs mit der digitalen Herausforderung. Er machte aber auch deutlich, dass die Vertretung archivischer Belange in diesem neuen Aufgabengebiet der Verwaltung einen langen Atem und viel Überzeugungskraft erfordert.
Am 6. und 7. Juni 2011 fand das Einführungsseminar des 46. Wissenschaftlichen Kurses der Archivschule Marburg statt. Die fünfzehn Mitglieder des Kurses, die von den Archivverwaltungen der Länder Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen sowie vom Erzbischöflichen Zentralarchiv Regensburg entsandt werden, erhielten eine kurze Einführung in die Unterrichtsfächer und organisatorische Hinweise für die gesamte Ausbildung bis hin zu praktischen Tipps für die Wohnungssuche in Marburg.

Stephanie Paul, langjährige Mitarbeiterin im Geschäftszimmer, ist im April in Mutterschutz gegangen. Als neue Mitarbeiterin können wir Frau Theresa Seipp begrüßen. Nach ihrer Ausbildung zur Fachangestellten für Bürokommunikation war Frau Seipp zunächst am Staatlichen Schulamt in Marburg tätig. Am 2. Mai hat sie nun die Aufgaben im Geschäftszimmer der Archivschule übernommen.
Theresa Seipp und Stephanie Paul
Claudius Kienzle
Ebenfalls am 2. Mai hat Claudius Kienzle sein Amt als Leiter der Retrokonversionsstelle an der Archivschule von Wolfgang Krauth, der ans Landesarchiv Baden-Württemberg wechselte, angetreten. Herr Kienzle hat nach dem Studium der Neueren Geschichte, Politikwissenschaft und Vergleichenden Religionswissenschaft in Tübingen und Heidelberg im Sommer 2008 seine zeithistorisch-religionswissenschaftliche Promotion ebenfalls in Tübingen abgeschlossen. Bereits während des Studiums arbeitete er in Erschließungsprojekten am Landeskirchlichen Archiv in Stuttgart, wo er nach dem Studium in Elternzeitvertretung auch auf anderen archivischen Arbeitsfeldern tätig war. Daneben begann er neben freiberuflichen Aufträgen – etwa im Stadtarchiv Sachsenheim – den berufsbegleitenden Fernweiterbildungskurs an der FH Potsdam. Schließlich hat er in den letzten beiden Jahren als Mitglied des 44. Wissenschaftlichen Kurses sein Referendariat am Hessischen Staatsarchiv Marburg und an der Archivschule Marburg absolviert. Zukünftig wird er gemeinsam mit Mikel Plett die Archive, die im Rahmen des DFG-Projektes Retrokonversion archivischer Findmittel diese digital zur Verfügung stellen wollen, im Vorfeld beraten und sie bei der Durchführung ihrer Maßnahmen unterstützen. Als weiteren Schwerpunkt möchte er die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt ausbauen und verstärkt auch kleineren, nicht-staatlichen Archive die DFG-Fördermöglichkeiten aufzeigen.
Herr Kienzle freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Archiven, den Dienstleistern und mit allen Akteuren, die an dem Projekt der Retrokonversion von Findmitteln beteiligt sind.
Die Archivschule dankt Wolfgang Krauth, der die Koordinierungsstelle seit Mai 2010 geleitet hat, für sein Engagement und die sehr gute kollegiale Zusammenarbeit. Für seine neue Aufgabe in Baden-Württemberg wünschen wir ihm alles Gute.
Wolfgang Krauth und Dr. Irmgard Becker bei der Verabschiedung
Nach dem Ausscheiden des 47. Fachhochschulkurses vor einem Monat verabschiedete die Archivschule Marburg am Freitag, d. 29. April 2011, den 44. Lehrgang des höheren Archivdienstes, dessen 5 Teilnehmerinnen und 13 Teilnehmer von folgenden Archivverwaltungen an die Archivschule geschickt worden waren: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (1), Landesarchiv Baden-Württemberg (4), Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (2), Hessisches Staatsarchiv Marburg (3), Niedersächsisches Landesarchiv – Staatsarchiv Osnabrück (3), Landesarchiv Nordrhein-Westfalen – Abteilung Westfalen (4) und Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar (1).
Der Kurs hat im Unterricht engagiert diskutiert und sich gut auf das Examen vorbereitet, was sich in den Ergebnissen widerspiegelt. Nach einer Reform des Exkursionswesens konnte der Lehrgang neben der Großen Exkursion nach Prag an deutlich mehr Tagesexkursionen als die letzten Kurse teilnehmen. Anerkennung verdient sein Hilfseinsatz für die geborgenen Kölner Archivalien im Stadtarchiv Düsseldorf vom 19. bis 23. April 2010. Das Personal der Archivschule wünscht den Kursteilnehmern alles Gute im Archivarsberuf.
Am 30.03.2011 wurde an der Archivschule der 47. Fachhochschulkurs verabschiedet. Zu diesem Zweck hatten sich zahlreiche Verwandte und Freunde, aber auch Mitglieder anderer Kurse und natürlich eine ganze Reihe von Dozenten in Hörsaal 4 der Archivschule eingefunden.

Die 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hessen, Berlin und vom Bundesarchiv wurden mit der Überreichung der Zeugnisse in ihre Heimatarchive zurückgeschickt, wo sie im Spätsommer diesen Jahres Ihre Diplomprüfungen ablegen werden. In Ihren kurzen Abschiedsreden erinnerten Frau Dr. Becker als Leiterin der Archivschule und Herr Dr. Uhde als Mentor des Kurses an die Exkursion des Kurses nach Freiburg und die angenehme Arbeitsatmosphäre, die diesen Kurs auszeichnete.
Workshop an der Archivschule Marburg
3. Mai 2011 10:00 – 17:00 Uhr
Der Umgang mit Schutzfristen erfordert von Archivarinnen und Archivaren besondere Kenntnisse. Bei der Festsetzung oder Verkürzung der Schutzfristen ist im jeweiligen Einzelfall eine Entscheidung zu treffen, die sowohl die archivgesetzlichen als auch die verwaltungsrechtlichen Normen berücksichtigt. Da es nur wenige Verfahrensmuster und Handreichungen gibt, müssen sich Archivarinnen und Archivare in die Materie einarbeiten. Diese Problematik greift die Archivschule Marburg mit ihrem Workshop auf. Nach der Verortung der Schutzfristen im Kontext des Archivrechts und einer Betrachtung ihrer historischen Entwicklung werden die beiden zentralen Fragenkomplexe in Impulsreferaten vorgestellt: Im ersten Beitrag wird das Problem aufgegriffen, dass die Archivgesetze die Festlegung von Schutzfristen zwar eindeutig regeln, die Anwendung der Gesetze auf die jeweils vorliegende Akte aber nicht immer zweifelsfrei ist. Im zweiten Referat werden Inhalt und Form der zur Verkürzung der Schutzfristen erforderlichen rechtlichen Prüfung thematisiert. Im zweiten Teil des Workshops werden zwei Arbeitsgruppen ausgehend von den beiden Impulsreferate Vorgaben für die Festlegung von Schutzfristen diskutieren und Begründungen formulieren. Außerdem soll ein Musterverfahren für die Verkürzung von Schutzfristen entwickelt werden. Die Publikation der Ergebnisse als Handreichung für die Praxis ist vorgesehen.
Leider ist der Workshop schon ausgebucht. Um mehr über den Ablauf zu erfahren, klicken Sie hier.
Seit dem 15. Februar 2011 ist Dr. Dominik Haffer mit der Koordinierung der archivwissenschaftlichen Fächer an der Archivschule Marburg betraut. Damit übernimmt er den Aufgabenbereich von Dr. Alexandra Lutz, die Ende des vergangenen Jahres von der Archivschule an das Stadtarchiv Kassel wechselte. Dominik Haffer studierte Geschichte, Politik und Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und absolvierte nach seiner Promotion das Archivreferendariat am Hauptstaatsarchiv Dresden. Von Mai bis August 2010 leitete er die Archivberatungsstelle Hessen und war anschließend Sachgebietsleiter für die kommunale Archivberatung beim Archivberatungs- und Fortbildungszentrum des Landschaftsverbandes Rheinland. Dort betreute er die nichtstaatlichen und privaten Archive hinsichtlich aktueller archivpraktischer Fragen. Diese Erfahrungen möchte er zukünftig in die Vermittlung der Archivwissenschaft an der Archivschule Marburg einfließen lassen.
Vom 2. bis zum 5. Februar 2011 waren die Studierenden der Schweizer Archivarsausbildung an der Archivschule Marburg zu Gast. Sie erhielten durch die Leiterin der Archivschule Dr. Irmgard Christa Becker eine Einführung in die deutsche Bewertungsdiskussion und absolvierten eine Bewertungsübung anhand von Unterlagen aus dem Staatsarchiv Marburg. Bewertung nennt man den Vorgang mit dem Archivare darüber entscheiden, ob Unterlagen dauerhaft im Archiv aufbewahrt werden. Als Gastdozenten stellten Prof. Dr. Robert Kretzschmar, der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Bewertungsmodelle in staatlichen Archiven vor und Dr. Matthias Buchholz vom Archiv der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erläuterte die Anwendung von statistischen Auswahlverfahren. Daran schloss sich eine Übersicht über die Bewertungsdiskussion in der Schweiz an, so dass auch ein Vergleich der Traditionen möglich war. Die Studierenden kommen aus allen Teilen der Schweiz, insgesamt zehn Teilnehmer/innen stammen aus dem romanischen Sprachraum. Im Rahmenprogramm stellten Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch und Dr. Karl Murk das Staatsarchiv Marburg vor. Françoise Lauret begleitete sie kompetent und zweisprachig auf einem Spaziergang durch Marburg. Bei einem Empfang am Donnerstagabend lernten die Schweizer Studierenden die Anwärter und Referendare der Archivschule kennen und führten mit ihnen und einigen Dozenten interessante und anregende Gespräche.
Foto: Martin Lüpold, Basel
Am 1. Januar 2011 hat Klaus Schleiter die Aufgaben von Werner Engel als EDV-Administrator übernommen.
Herr Schleiter studierte Informatik an der Fachhochschule Fulda mit dem Schwerpunkt Kommunikationstechnik, wo er im Jahr 1992 seine Diplomprüfung ablegte. Nach dem Studium arbeitete er in der Abteilung Coverage des Rechenzentrums der amadeus Data Processing GmbH in Erding. Im Jahr 2000 wechselte er zur Biodata Systems GmbH als Gruppenleiter für die Entwicklung der Konfigurationswerkzeuge. Von Ende 2004 bis Ende 2010 arbeitete er bei der Continental Automotive GmbH im Bereich Nutzfahrzeuge als Gruppenleiter für Engineering Tools. Seine Arbeitsschwerpunkte lagen bei allen Arbeitgebern im Bereich des Software Configuration Management und Requirements Management.
Seine Kenntnisse und Erfahrungen möchte er nun im Bereich des Archivwesens anwenden. Als Nachfolger von Herrn Engel ist Herr Schleiter Ansprechpartner für die IT-Angelegenheiten der Archivschule Marburg und die Unterstützung von Midosa XML.
Am 3. Januar 2011 wurde der 45. Wissenschaftliche Kurs der Archivschule Marburg durch die Leiterin der Archivschule Dr. Irmgard Christa Becker eröffnet. Am folgenden Tag begannen für die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die von Bund (4), Baden-Württemberg (4), Nordrhein-Westfalen (4), Sachsen (2), GStA (1), Mecklenburg-Vorpommern (1) und Rheinland-Pfalz (1) entsandt werden, die regulären Lehrveranstaltungen und damit der theoretische Teil ihrer Ausbildung.
Die Referendarinnen und Referendare des 45. WK Foto: K.Uhde
Meisterschale trotz NiederlageDer 47. Fachhochschulkurs der Archivschule Marburg besuchte am 20.11.2010 das Heimspiel der Frankfurter Eintracht gegen die TSG Hoffenheim. Matthias Thoma, Leiter des Vereinsarchivs, und der Verein hatten die Kursteilnehmer eingeladen, nachdem die Erschließung des Vereinsarchivs im Rahmen einer Verzeichnungsübung unter der Leitung von Dr. Alexandra Lutz abgeschlossen werden konnte. Beeindruckt zeigte sich der Kurs von der tollen Stadionatmosphäre und dem Einsatz der Frankfurter Fankurve. Leider ging das Spiel 0:4 für die Frankfurter verloren. Als besonderen Höhepunkt durften die Marburger Besucher dann aber im Vereinsmuseum das 2004 angefertigte originalgetreue Duplikat der 1959 überreichten Meisterschale in Augenschein nehmen.
An dieser Stelle bedankt sich der 47. FHK für die Einladung und die Betreuung dieser tollen Exkursion durch Herrn Thoma und die Frankfurter SGE. Oliver Kleppel |
Der 47. FHK und Dr. Alexandra Lutz mit der Meisterschale |
Besuch aus München an der ArchivschuleErstmals seit Bestehen der beiden Schwesterinstitutionen besuchten Referendare der Bayerischen Archivschule auf Einladung des 44. Wissenschaftlichen Kurses die Marburger Einrichtung. Dr. Irmgard Christa Becker begrüßte die Gäste aus München und stellte ihnen die Marburger Archivschule und Ausbildungsgänge vor. mehr... |
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Das “Network of Archival Educators and Trainers” plant Summer School 2011 in Marburg.Am 25. und 26. November 2010 trafen sich in der Archivschule Marburg 14 Mitglieder des Networks of Archival Educators and Trainers (NAET), um die im August 2011 in Marburg stattfindende Summer School 2011 "Appraisal and Social Memory" zu planen. mehr... |
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15. Archivwissenschaftliches Kolloquium der Archivschule MarburgAm 23. und 24. November fand in Marburg das 15. Kolloquium der Archivschule Marburg statt. Unter dem Titel „Neue Strukturen – bewährte Methoden? Was bleibt vom Archivwesen der DDR“ wurde das Archivwesen der DDR in seiner historischen wie auch aktuellen Bedeutung kritisch hinterfragt.Nach dem Eröffnungsvortrag von Marianne Birthler, die eingehend die Aufarbeitung der SED-Diktatur auf der Grundlage der Hinterlassenschaft des Ministeriums für Staatssicherheit thematisierte, wurde in den drei Sektionen wiederholt deutlich, dass einerseits die zentralistische Organisation die Erarbeitung von Normen und Arbeitshilfsmitteln für das Archivwesen erleichterte und beförderte, andererseits aber diese Normen von zentralen Behörden, wie Ministerien, gebrochen bzw. nicht durchgesetzt wurden. Die in der DDR erarbeiteten Handreichungen (OVG, Lehrbriefe etc.) fanden einhelliges Lob, kritisch wurden dagegen die Einflussnahmen der Staatsicherheit und der SED auf das Archivwesen herausgestellt. Einzelne Fachmethoden, wie zum Beispiel eine von der Ideologie befreite Wertermittlung, werden auch nach der Wiedervereinigung angewendet. Dies macht deutlich, dass die Beschäftigung mit der Archivwissenschaft der DDR auch die gegenwärtigen Fachdiskussionen befruchten kann. Ein ausführlicher Bericht wird in wenigen Tagen in der nächsten Ausgabe des FORUM erscheinen. Außerdem werden die Beiträge wie gewohnt gedruckt. Der Tagungsband soll im nächsten Jahr erscheinen. |
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Foto: R. Kieselbach |
Materialien zur Schriftgutverwaltung und zum Records ManagementSeit einigen Jahren wenden sich immer mehr Behörden und Organisationen mit Fragen zur Schriftgutverwaltung an die Archive und an die Archivschule Marburg. Um diesem Beratungsbedarf entgegenzukommen, werden auf den folgenden Seiten Tipps und Hinweise zu verschiedenen Aspekten des Records Managements präsentiert. mehr... |
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