"Wichtiger Beitrag zur Rettung eines einzigartigen kulturellen Erbes".
Die Staatsministerin Kühne-Hörmann besuchte am 19.03.2009 die Archivschule Marburg und dankte für den Einsatz in Köln
„Sie haben in der Stunde der Not solidarisch gehandelt und einen wichtigen Beitrag zur Rettung eines einzigartigen kulturellen Erbes geleistet.“ Mit diesen Worten dankte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann den Studierenden und Dozenten der Archivschule Marburg, die nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs vier Tage lang an Ort und Stelle geholfen haben, Archivgut zu bergen und zu sichern. „Viele Dokumente konnten und können aus den Schuttbergen des Archivs gerettet werden, so dass die Anstrengungen um dieses wertvolle Kulturerbe, dessen Bedeutung weit über das Rheinland hinausgeht, in jedem Fall fortgesetzt werden müssen“, sagte die Ministerin bei dem Besuch in der Archivschule.
Dr. Frank M. Bischoff und Ministerin Eva Kühne-Hörmann Foto: Uhde
Ministerin Kühne-Hörmann hatte dem Oberbürgermeister der Stadt Köln am 5. März die Hilfe aus Marburg angeboten. Daraufhin waren vom 9. bis 12. März 54 Studenten, Dozenten und Mitarbeiter der Archivschule im Bergungszentrum des Kölner Stadtarchivs bei der Suche und Versorgung von Archivgut im Einsatz. Bei dem Besuch der Ministerin berichteten die Studenten von den dort geleisteten Arbeiten und präsentierten
Fotos von den Schadensbildern und Arbeitsstationen: Sie identifizierten und klassifizierten die Archivmaterialien, bestimmten die Schadensgruppe, wickelten die geschädigten Stücke in Kunststofffolie oder Papier ein, erfassten sie in Listen und verpackten sie in Kisten, so dass die Archivalien in ein anderes Depot weitertransportiert werden konnten.
Viele Akten und Dokumente seien bis auf wenige Fetzen zerstört, berichteten Vertreter aus dem 45. und 46. Fachhochkurs sowie aus dem 43. Wissenschaftlichen Kurs. Aber man habe auch zahlreiche Archivalien retten können, darunter mittelalterliche Handschriften und Urkunden, frühneuzeitliche Gerichtsakten oder zeitgenössische Überlieferungen, wie Teile des Nachlasses von Konrad Adenauer. Das Fazit der Teilnehmer an der Hilfsaktion lautet daher: Der Aufwand zur Bergung der Archivalien aus dem Kölner Stadtarchivs ist zwar hoch, aber er lohnt sich. Die Hilfsaktion habe alle bewegt und es wäre schön, wenn man dies noch einmal wiederholen könne.
Nach der Präsentation der Studenten informierte sich Frau Kühne-Hörmann noch über die Ausbildung in Marburg und wurde von Herrn Dr. Bischoff durch die Räume der Archivschule geführt.
Clemens Uhlig (45. Fachhochschulkurs) führt Herrn Dr. Bischoff, Herrn Dr. Ulrich Adolphs und Frau Ministerin Kühne-Hörmann
die Ergebnisse einer Verzeichnungsübung seines Kurses vor. Foto: Uhde