Marburger Archivschuleinsatz 2010 für das Stadtarchiv Köln

Auch ein Jahr nach dem Einsturz des Stadtarchivs Köln sind längst noch nicht alle Archivalien erfasst. Daher half der 47. Fachhochschulkurs mit Mentor Dr. Karsten Uhde in der Woche vom 15. bis 19. März bei der Sichtung und Erfassung. Die Akten sind unter anderem im Gebäude des Düsseldorfer Stadtarchivs untergebracht. Dort fand der Einsatz statt.
Die zehn Kursteilnehmer wurden zwei Gruppen zugeteilt, um die verschieden stark geschädigten Dokumente zu verzeichnen. Die erste Gruppe beschäftigte sich mit der Erfassung von Akten, während die zweite Gruppe mit Großformaten arbeitete. Die Studierenden überprüften die Archivalien auf Schäden und Verschmutzung und gaben diese, falls vorhanden, mit Bestandsnummer sowie Signatur in eine Datenbank ein. Wenn keine Zuordnung zu einem bestehenden Bestand möglich war, wurde eine Beschreibung des Dokuments angefertigt. Jede Einheit erhielt einen Barcode, welcher ebenfalls in das Verzeichnis eingetragen wurde. Für die Erfassung der Kölner Archivalien wurde eine spezielle Bergungssoftware bereitgestellt, die bei der Identifizierung und Schadensklassifizierung der verschütteten Dokumente als Informationsquelle diente. Die so verzeichneten Akten, Pläne, Plakate und andere Medien (es wurde sogar ein Protestschild entdeckt) wurden wieder in die Magazine gebracht, wo sie bis zum Umzug im Sommer dieses Jahres verwahrt werden.
Die Mitglieder des Kurses und die Kölner Archivare arbeiteten Hand in Hand. Sie konnten sogar einen neuen Wochenrekord an erfassten Verzeichnungseinheiten aufstellen.
Oliver Kleppel, Josefine Bzdok und Maria Huss, 47. Fachhochschulkurs
Einen kurzen
Filmbericht (5,7 MB) über die Erfassung der Kölner Stadtarchiv-Bestände wurde am 16. März in der Sendung „Düsseldorf Aktuell“ im Lokalsender
center.tv ausgestrahlt.