Exkursion des 60. Wiss. Lehrgangs zu Orten der Rechtsgeschichte in Marburg
09. Juli 2026
Gruppenfoto, unbekannter Fotograf
Eine rechtshistorische Lehrveranstaltung an der Archivschule wurde ergänzt durch die Besichtigung von Orten, die für die Marburger Rechtsgeschichte zentral waren.
Die Veranstaltung „Tektonik der deutschen Rechtslandschaft vor 1900 / Institutionen des Kirchen- und Sachenrechts“ steht seit vielen Jahren am Beginn des Wissenschaftlichen Lehrgangs. Am Ende der Veranstaltung steht ebenfalls seit etlichen Jahren eine Exkursion zu Orten der Rechtsgeschichte in Marburg.
Wenn diese Exkursion gleich nach dem Ende der Veranstaltung im März stattfindet, kann das Wetter herausfordernd sein. Der 60. Wiss. Lehrgang entschied sich daher für eine Verschiebung: Die Exkursion fand am 9. Juli statt, dem letzten Tag mit Präsenzveranstaltungen vor den Archivschulferien.
Ziel der Exkursion ist es, Inhalte der Veranstaltung von Prof. Dr. Thomas Henne an passenden Orten der Rechtsgeschichte in Marburg in kurzen Referaten zu präsentieren. Stationen der Exkursion waren daher unter anderem die Wohnhäuser des Juristen Carl Friedrich von Savigny und der Brüder Grimm, das Zehnthaus nahe der Elisabethkirche und das Gebäude, an dem das Schild „Fronhof“ zu lesen ist. Auch die „Mechterstädt-Morde“, die mit großer Verzögerung nun zu einer Gedenktafel an den Mauern der Alten Universität geführt haben, waren Thema eines Referats.
Das Marburger Denkmal zur Hexenverfolgung, im Jahr 2021 fertiggestellt, war hingegen eher ein Nicht-Ort: Aufgrund von Vandalismus ist das Denkmal, das sich in der Nähe der Lutherischen Pfarrkirche befindet, aktuell leider entfernt.
Im ehemaligen Karzer der Universität Marburg, Foto: Th. Henne
Einen besonderen Höhepunkt bot das Thema „Verstaatlichung der Gerichtsbarkeit“: Dr. Carsten Lind, stellvertretender Leiter des Uniarchivs, ermöglichte eine Besichtigung des Universitätskarzers, der für die Öffentlichkeit nur an wenigen Tagen im Jahr zugänglich ist. Der langsame Untergang der eigenen Gerichtsbarkeit der Universität hat im „Karzer“ zu bemerkenswerten Bemalungen der Wände geführt. Vielen Dank für den Blick auf diesen Teil der Universitätsgeschichte, der bis in die Weimarer Zeit andauerte.
Referat vor der Elisabethkirche, Foto: Th. Henne
Die Exkursion hingegen dauerte bis zum Referat über den „Klostertod“, den es auch beim Deutschen Orden gab, so dass der Hof der Elisabethkirche der passende Ort für den Abschluss der Exkursion war.